Portrait Jochen Oberreiter

Viel seltener als die fotografierten Objekte und Menschen bekommt man die Personen hinter der Kamera zu sehen, diejenigen 'Wahnsinnigen', die es oft zustandebringen, sich mit dem abzubildenden Objekt oder der Person mehrere Stunden lang eingehend auseinanderzusetzen — und dabei hoffen, dass zumindest ein paar der Aufnahmen dem erwarteten Resultat entsprechen.

Nicht sehr selten übrigens bei unbequemen äußeren Bedingungen wie Kälte, Hitze, Schmutz, etc. …

Die erste Kamera


Meine erste eigene Kamera war eine Spiegelreflexkamera Minolta XG1 meines Onkels. Dazu hatte ich zwei Objektive, ein Makinon 28-80mm/3.5 und ein Sigma 100-200mm/4.5. Nachdem Film zu dieser Zeit für mich reiner Luxus war, fiel der Umfang der geknipsten Bilder dementsprechend gering aus. Nach einigen Jahren bekam die XG1 eine Macke: Der Verschluß schloss sich bei mancher Auslösung nicht von selbst wieder — man musste die Kamera dazu ausschalten. Die betroffenen Bilder waren natürlich nicht mehr zu gebrauchen, da sie vollkommen überbelichtet waren.

Das Interesse an der Fotografie war danach einige Jahre fast nicht existent, bis ich im Jahr 2001 beruflich eine Digitalkamera in die Hände bekam, die im Unternehmen zu Dokumentationszwecken eingesetzt wurde.

Einstieg in die Digitalwelt


Daraufhin begann ich fast drei Wochen lang im Internet die Testberichte zu vergleichen und die Meinungen zu den unterschiedlichen Kameras mitzuverfolgen. Die Nikon Coolpix 995 war noch keine zwei Monate am Markt, und kam für mich genau richtig. Mit ihrem Funktionsumfang und ihrem Preis-/Leistungsverhältnis war sie zu dieser Zeit ein heißer Tip im Bereich der oberen Mittelklasse.

Ein Jahr lang fotografierte ich mit ihr, dann zeigten sich die Nachteile einer reinen Point&Shoot-Kamera:
Vor allem bei Motorsportfotos musste man die Auslöseverzögerung in sein Auslöseverhalten mit einplanen und führten anfangs nicht selten zu verpassten Augenblicken. Mit der Zeit jedoch bekam ich die Sache besser in den Griff, da es Übungssache ist, den Auslöser schon etwas früher zu drücken. Trotzdem sind dabei noch genug verpasste Gelegenheiten dabei. Der zweite Nachteil zeigte sich am Objektiv; dies ist mit einem Frontdurchmesser (Filtergewinde) von 28 mm sehr klein und daher auch relativ lichtschwach.

Rückkehr zur Spiegelreflexkamera


Im Frühjahr 2002 begann ich mich wieder nach einer Kamera umzusehen. Das Pflichtenheft sah diesmal etwas anders aus, da ich von der Point&Shoot zur Spiegelreflexkamera wechseln wollte. Zu dieser Zeit kamen schnell zwei Modelle in die engere Wahl, die Canon D60 und die — zu diesem Zeitpunkt angekündigte aber noch nicht verfügbare — Nikon D100.

Ich war in meiner Entscheidung nicht unter Zeitdruck, und so kam es, dass ich im Herbst 2002 nach ausgiebigen Tests bei verschiedenen Fotohändlern und längerem Mitverfolgen der ersten Erfahrungsberichte anderer Fotografen meine erste D-SLR in den Händen hielt.

Evolution


Nach sechs Jahren D100 wurde diese durch eine D300 abgelöst. Der auf den ersten Blick sichtbare Unterschied ist das deutlich vergrößerte und verbesserte Display, das eine sinnvolle Beurteilung der Bilder nun direkt auf der Kamera zulässt. Nicht zuletzt aufgrund ihrer — für mich durchdachten und ausgezeichneten — Bedienbarkeit hat sie mich jahrelang begleitet (und tut dies als Backupkamera nach wie vor).

Aktuell


Nach über 10 Jahren mit der D300 — zum Jahreswechel 2018/2019 — überlegte ich wieder auf eine aktuelle Kamera umzusteigen. Der vorrangige Grund war für mich der in den letzten Jahren deutlich verbesserte Dynamikumfang und das Rauschverhalten. Ich stand vor der Entscheidung auf Vollformat umzusteigen oder APS-C treu zu bleiben.

Die Wahl fiel schlußendlich auf eine D500 (und damit ein Bekenntnis zu APS-C), da zum einen das Autofokussystem nochmals in einer anderen Liga spielt, ich immer schon fotografisch auf der langbrennweitigen Seite beheimatet bin und ich zum anderen den Platzbedarf der Bilddateien einer Vollformatkamera deutlich zu groß finde.